Rundfunkbeitrag in Österreich

6. Februar 2017, Esther Fruh

Ein absolutes Top-Thema in Deutschland sind die Rundfunkbeiträge. Sie sind von jedem Haushalt zu begleichen, ob man ein Fernseher besitzt oder nicht. Trotz diverser Shitstorms und Klagen bleibt den Bundesbürgern in Deutschland nichts anderes übrig als die teil hohen Gebühren zu zahlen. Aber wie ist es in Österreich? Gibt es ähnliche Gebühren und Regelungen?

Rundfunkbeitrag in Österreich

Was sind Rundfunkgebühren?

Die Regelung ist eigentlich ganz einfach: Jeder, der Geräte besitzt und Rundfunktechnologien verwendet, ist gesetzlich verpflichtet die Rundfunkgebühren zu bezahlen. Darüber hinaus gibt es noch eine Menge anderer wissenswerter Dinge.

In Österreich werden die Gebühren als GIS bezeichnet. Als Tochterunternehmen des ORF ist die GIS durch das Rundfunkgebührengesetz mit dem gesamten Rundfunkgebührenmanagement betraut und ist für die Hälfte der Gesamtfinanzierung des ORF zuständig.

Aufgaben der GIS

Zu den Aufgaben der GIS gehören Behördliche Prozesse, soweit diese die Entscheidung über Befreiungsanträge, die Anfrage über das Bestehen einer Meldepflicht und Bescheide bei Gebührenrückstand betrifft. Je nach Vereinbarung, werden die Rundfunkgebühren für 2, 6 oder 12 Monate vorgeschrieben.

Gebühren in Euro

Fälschlicherweise wird angenommen, dass alle Finanzen an den ORF fließen. Die Rundfunkgebühr setzt sich jedoch aus vielen Teilgebühren zusammen. Zwei Drittel, gehen an den ORF. Dadurch wird der Betrieb der Radio- und Fernsehprogramme, sowie der Landesstudios gewährleistet.

Auf Grund der unterschiedlich hohen Landesabgaben der Bundesländer ergeben sich unterschiedliche Gebührenkosten pro Bundesland (Stand 2016):

Fernsehen inklusive RadioRadio
Wien€24,88€7,18
Niederösterreich€24,88€7,18
Burgenland€22,48€6,48
Oberösterreich€19,78€5,78
Salzburg€24,48€7,38
Steiermark€25,18€7,28
Kärnten€24,88€7,18
Tirol€23,28€6,78
Vorarlberg€19,78€5,78

Meldepflicht

Wenn Sie eine Rundfunkempfangseinrichtung besitzen, oder einfacher ausgedrückt, ein Gerät welches Rundfunktechnologien verwendet, muss das gemeldet werden.

Das bedeutet: Jeder einzelne Fernseher stellt eine Rundfunkempfangsanlage dar und ist damit melde- und gebührenpflichtig. Unabhängig davon, wie oft das Gerät eingeschaltet wird oder welche Programme gewählt werden. Beispiele melde- und gebührenpflichtiger Gerätekonstellationen: Fernsehgeräte, Kabel-TV, Satelliten-TV, Computer und Tablets mit DVB-T-Stick oder TV-Karte oder Radio- Karte, Radiogeräte und sonstige Geräte mit UKW-Empfang.

Auf dem Anmeldeformular müssen alle Informationen, welche für die Gebührenbemessung notwendig sind, angegeben werden. Wer falsche Angaben einreicht begeht eine Verwaltungsübertretung und macht sich somit strafbar! Selbst Kabel-Anschluss, Satelliten-Empfang oder Pay-TV ersetzen nicht die Meldung und Entrichtung der Rundfunkgebühren.  Außerdem müssen Änderungen des Namens, des Standorts und weitere Wohnsitze gemeldet werden.

Die Gebührenpflicht beginnt mit dem ersten Tag des Monats, in dem ein Radio- oder Fernsehgerät betriebsbereit aufgestellt wird. Sie endet frühestens am Ende jenes Monats, in dem die Abmeldung der Rundfunkempfangseinrichtungen bei der GIS eingegangen ist.

Anmeldung leicht gemacht

Eine Anmeldung, Änderung oder einen Auftrag zur Einzugsermächtigung können bequem online durchgeführt werden. Der Befreiungsantrag sowie das Abmeldeformular stehen nur als Download auf der GIS Homepage zur Verfügung.

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