Wohnsitz ummelden – So gehen Sie vor!

Der Umzug ist geschafft, die Umzugskartons sind ausgepackt, die ersten Möbel sind aufgebaut und Sie beginnen sich langsam einzuleben? Vergessen Sie aber nicht nach dem Umzug Ihren bürokratischen Aufgaben – Ihr Wohnsitz ummelden. Was genau zu tun ist, erfahren Sie hier.

Wann müssen Sie Ihr Wohnsitz ummelden?

Wussten Sie, dass statistisch betrachtet rund 10% der Bundesbürger innerhalb eines Jahres Ihren Wohnsitz wechseln? So ist die richtige Anlaufstelle nach Ihrem Umzug Ihr Wohnsitz beim zuständigen Einwohnermeldeamt der Stadt oder Gemeinde (auch Bürgeramt oder Bezirksamt genannt) umzumelden. In Deutschland sind Sie dazu verpflichtet ab dem Zeitpunkt Ihres Einzugs in die neue Wohnung innerhalb von 14 Tagen Ihren aktuellen Wohnsitz mitzuteilen.

In Übereinstimmung im Bundesmeldegesetz müssen Sie diese Frist einhalten, wenn Sie länger als 6 Monate in der neuen Wohnung bleiben werden. Das Ummelden ist aktuell online nicht möglich, deshalb müssen Sie sich persönlich ummelden.

Hinweis: Dennoch, wenn Sie beispielsweise keine Zeit haben, können Sie Ihre Vertrauensperson eine schriftliche Vollmacht ausschreiben und sie zum Termin beim Meldeamt schicken.

Der Unterschied zwischen An-, Um- und Abmeldung

Oftmals wird von An-, Um- oder Abmeldung geredet – aber was genau steckt hinter dem Wort? Im Folgenden erklären wir Ihnen, wann Sie welchen Behördengang antreten müssen:

  • Ummeldung: Wenn Sie innerhalb der gleichen Stadt umziehen, müssen Ihr Wohnort lediglich nur ummelden.
  • Anmeldung: Hingegen müssen Sie sich bei einem Umzug in eine neue Stadt anmelden.
  • Abmeldung: Eine Abmeldung ist hier nur erforderlich, wenn Sie ins Ausland ziehen und Sie Ihr Wohnsitz in Deutschland aufgeben.

Nebenwohnsitz anmelden

Sie haben eine zweite Wohnung, weil Sie für Ihren Job pendeln oder wegen Ihres Studiums? Hinsichtlich der Anmeldung müssen Sie sich überlegen, welche Wohnung Sie als Zweitwohnsitz anmelden. Auch hier haben Sie nach dem Einzug 2 Wochen Zeit sich beim Meldeamt anzumelden.

Tipps: Der Hauptwohnsitz, ist der Ort, an dem Sie sich meist aufhalten.

Was kostet ein Umzugsfirma?

Wählen Sie die Größe Ihres Umzugs und erhalten Sie Angebot verschiedener Umzugsunternehmen

Was kostet die Ummeldung?

In der Regel ist die An- bzw. Ummeldung kostenfrei. Jedoch kann es in manchen Städten vorkommen, dass Sie eine geringe Servicegebühr von 15 – 20 € zahlen müssen. Daher ist es immer gut ein bisschen Bargeld vor dem Behördengang einzustecken!

Fristen beim Wohnsitz ummelden verpasst

Sie sind neu in der Stadt, möchten die Stadt erkundigen und einiges erledigen. Dabei haben Sie vergessen, Ihren Wohnsitz umzumelden? Bei einem Versäumnis um ein paar Tage, sind oftmals die Behörden kulant. Aber was passiert, wenn die Versäumnis um mehrere Monate nach Ihrem Umzug ist? Wenn Sie die Frist verpasst haben, müssen Sie mit Bußgeldern rechnen und das kann ziemlich tief in die Haushaltskasse gehen:

Fristüberschreitung nach dem UmzugBußgeld
Ummeldung nach einem MonatZwischen 10- 30 €
Ummeldung nach mehreren MonatenBis zu 500 €
Ummeldung nach einem JahrBis zu 1.000 €

Was braucht man zum Ummelden?

Bevor Sie zum Einwohnermeldeamt rennen und Ihre Unterlagen nicht vollständig sind, haben wir Ihnen eine Liste zusammengeschrieben. Diese Unterlagen benötigen Sie bei der Wohnsitz-Ummeldung:

  • Ein gültiger Identitätsnachweis
  • Anmeldeformular für den Wohnungswechsel
  • schriftliche Bescheinigung des Wohnungsgebers
  • Gegeben falls eine Vollmacht

Wohnsitz ummelden

Wo müssen Sie sich noch ummelden?

Aber nicht nur beim Einwohnermeldeamt sollten Sie Ihre Adressänderung mitteilen, sondern auch andere wichtige Institutionen und Behörden sollten informiert werden.

Ihr Fahrzeug

Wussten Sie, dass seit Anfang 2015 möglich ist, das bisherige Kennzeichen auch bei einem bundesweiten Umzug zu behalten? Damit sparen Sie Kosten für eine neue Kennzeichen, die Ummeldung muss man allerdings immer noch bezahlen. Beim Ummelden Ihres Auto benötigen Sie alle relevanten Dokumente, wie:

  • Identitätsnachweis
  • Fahrzeugzulassung
  • Versicherungsbestätigung (eVB)
  • Nachweis der Hauptuntersuchung
  • SEPA-Lastschriftmandat zum Einzug der KFZ-Steuer
  • Gegeben falls Nummernschilder, wenn ein Kennzeichenwechsel erforderlich ist

Gute Nachrichten! Sie können auch Ihr Fahrzeug online ummelden.

Strom- und Gasanbieter

Wir raten Ihnen bei Ihrem Umzug sich darüber Gedanken zu machen, ob Sie Ihrem Versorgungsanbieter ummelden oder wechseln wollen. In diesem Artikel Strom- und Gasanbieter erfahren Sie mehr dazu.

Finanzamt

Beim Finanzamt besteht in der Regel keine Verpflichtung über Ihren Umzug zu informieren. Jedoch ist es von Vorteil, da Sie Ihren Umzugskosten absetzen können. Klingt super, nicht wahr?

Rundfunkbeitrag

Ach, da war ja was – der Rundfunkbeitrag! In Deutschland ist jeder dazu verpflichtet, den Rundfunkbeitrag zu zahlen. Ebenfalls hier müssen Sie sich ummelden, wenn Sie bereits in der alten Wohnung den Beitragsservice gezahlt haben. Die Ummeldung lässt sich einfach und schnell über ein Online-Formular ausfüllen.

Hundesteuer

Huh, müssen Hunde auch umgemeldet werden? Die Antwort auf Ihre Frage lautet ja. Sie sollten Ihr Hund nach Ihrem Umzug für die Hundesteuer beim zuständigen Amt ummelden.

Nachsendeauftrag

Mit einem Nachsendeauftrag stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Post, wie Päckchen und Briefe, auch nach Ihrem Umzug zuverlässig an die neue Adresse weitergeleitet werden. Die deutsche Post bietet diesen Service für 24 Monate an, auch ins Ausland!

Weitere Institutionen, die Sie Ihre Adressänderung informieren sollten:

  • Hausbank
  • Versicherungen
  • Krankenkasse
  • Abonnements
  • Bafög-Amt
  • Telefon- und Internetanbieter

Wohnsitz ummelden

Zum Abschluss

Das waren aber viele Formalitäten, aber Sie haben es geschafft! Jetzt können Sie in Ruhe und ohne Sorgen die Stadt erkundigen und das Abendteuer für ein neuer Lebensabschnitt in vollen Zügen genießen. Falls Sie noch in Ihren Umzugsplanung sind und weitere Informationen brauchen, haben wir Ihnen hier weitere Artikel zusammengestellt: