Umzug nach Frankreich

Sie möchte nach Frankreich auswandern und fragen sich was es bei diesem Umzug alles zu beachten gibt? Um Ihnen Ihren Umzug nach Frankreich zu erleichtern, finden Sie in diesem Artikel eine nützliche Schritt für Schritt Anleitung mit alle relevanten Informationen und hilfreiche Tipps für Ihren Umzug.

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Im Folgenden finden Sie alle Details zu den genannten Punkten.

1. Schritt: Die Wohnungssuche in Frankreich

Hier finden Sie eine Liste mit Internetseiten, die Sie bei Ihrer Suche nach einem neuen Zuhause unterstützen:

2. Schritt: Noch vor dem Umzug eine Wohnung in Frankreich mieten

Um in Frankreich eine Wohnung mieten zu können, werden Sie folgende Dokumente benötigen:

  • ein gültiger Personalausweis oder Reisepass,
  • einen Arbeitsvertrag,
  • den Nachweis eines Bankkontos in Frankreich

Außerdem kann in einigen Fällen nach einem französischen Bürgen verlangt werden. Mietverträge sind in Frankreich in der Regel befristet. Darüber hinaus haben Sie auch in Frankreich zu Beginn des Mietverhältnisses eine Kaution in Höhe einer Kaltmiete zu zahlen.

Hier finden Sie eine Übersicht der durchschnittlichen Mietpreise in verschiedenen Städten in Frankreich:

Durchschnittsmiete (kalt)Einzimmerwohnung (20m²)Zweizimmerwohnung (45m²)
Paris939 €1522 €
Marseille466 €614 €
Lyon514 €715 €
Toulouse450 €562 €
Strasbourg464 €656 €
Montpellier466 €622 €
Bordeaux513 €683 €
Strasbourg464 €656 €

Gut zu wissen: Anders als in Deutschland werden die Miete (und die Strom- und Telefonrechnungen) nicht per Lastschrift oder Dauerauftrag, sondern per Scheck bezahlt.

3. Schritt: Wohnen in Frankreich – Das sollten Sie wissen

Für einen entspannten Neubeginn sollten Sie sich vor Ihrem Umzug nach Frankreich mit folgenden Dingen auseinandersetzen:

Umzug nach Paris

Das Wohnungsabnahmeprotokoll (état des lieux)

Es ist üblich vor Unterzeichnung des Mietvertrages gemeinsam mit dem Vermieter die Wohnung zu untersuchen. Dabei werden alle eventuellen Mängel im Abnahmeprotokoll (état des lieux) notiert. Dieses Protokoll wird anschließend von beiden Parteien unterzeichnet.

Die Hausratversicherung (assurance multirisque habitation)

In Frankreich sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet mit Beginn des Mietverhältnisses über eine Hausratversicherung zu verfügen. Sie können eine solche über die Internetseite der jeweiligen Versicherung abschließen. Es ist ratsam verschiedene Hausratsversicherung miteinander zu vergleichen, bevor Sie sich für eine der Versicherungen entscheiden.

Gut zu wissen: Der Vermieter ist dazu berechtigt einen Nachweis zu verlangen.

Die Wohnsteuer (taxe d’habitation)

Jeder, der in Frankreich einen Wohnsitz hat, hat die französische Wohnsteuer, die „taxe d’habitation“, zu zahlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Haus oder eine Mietwohnung handelt. Die Wohnsteuer beträgt in der Regel zwischen einer halben bis ganzen Monatsmiete. Sie ist gegen Ende des Kalenderjahres zu zahlen. Oft sind Nebenkosten und Wohnsteuer in einem zu zahlen. Den genauen Betrag der Wohnsteuer erfahren Sie bei Ihrem Vermieter. Darüber hinaus fällt für Hausbesitzer zusätzlich zur Wohnsteuer, die französische Grundsteuer, die „taxe foncière“, an.

Da jede Gemeinde ihre Hebesätze selbst festlegt, ist es empfehlenswert sich noch vor dem Umzug mit den Hebesätzen und Abgaben der jeweiligen Gemeinde auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen zum Thema „Steuern in Frankreich“ finden Sie hier.

Strom-, Gas- und Telefonanbieter in Frankreich

Der Strom und das Gas werden in Frankreich von den staatlichen Anbietern EDF (Électricité de France) und GDF (Gas de France) bereitgestellt. Ist Ihre Unterkunft bereits an das Gas- und Stromnetzwerk angeschlossen, so brauchen Sie lediglich die Freischaltung beim nächstgelegenen EDF/GDF-Büro beantragen. Dies kostet Sie in etwa 15 Euro.

In Frankreich existiert lediglich ein einziger Telefonanbieter: France Telecom. Nur über diesen können Sie an das französische Festnetz angeschlossen werden.

Aufenthaltserlaubnis

Wer vor hat sich länger als drei Monate in Frankreich aufzuhalten, benötigt eine Aufenthaltsgenehmigung. Dies gilt jedoch nicht für EU-Bürger. EU-Bürger benötigen keine spezifische Aufenthaltserlaubnis, um sich in Frankreich niederlassen zu können. Dennoch kann eine Aufenthaltsgenehmigung von Vorteil sein, da sie mit dieser sogenannte „carte de séjour“ Zugang zu diversen Staatshilfen, wie zum Beispiel zu Wohnungszuschüssen, o.Ä. bekommen.

Beantragt werden kann die „carte de séjour“ auf drei unterschiedlichen Wegen:

  1. Bei der für Ihren Wohnsitz zuständigen Verwaltungsbehörde (Préfecture, Sous-Préfecture),
  2. Im Rathaus (Mairie) oder
  3. Bei der örtlichen Polizeibehörde (Commissariat de Police).

4. Schritt: Behördengänge vor dem Umzug

Obwohl es in Frankreich keine Meldepflicht gibt, sollte man sich vor dem Umzug nach Frankreich beim zuständigen Einwohnermeldeamt in Deutschland abmelden.

5. Schritt: Ein französisches Bankkonto eröffnen

Um ein französisches Konto eröffnen zu können benötigen Sie folgende Dokumente:

  • einen gültigen Personalausweis,
  • einen Einkommensnachweis und
  • den Nachweis eines festen Wohnsitzes in Frankreich

Wichtig: Ohne den Nachweis eines festen Wohnsitzes kann in Frankreich kein Konto eröffnet werden. Jedoch kann ohne ein französisches Bankkonto in den meisten Fällen keine Wohnung gemietet werden. Es handelt sich um ein gängiges Problem in Frankreich. Es ist empfehlenswert Ihren Vermieter darum zu bitten, Ihnen vorläufig den Wohnsitz zu bestätigen, damit Sie ein Bankkonto eröffnen können.

Hier finden Sie eine Liste verschiedener Banken in Frankreich:

6. Schritt: Die französische Sozialversicherungsnummer beantragen

Wer sich in Frankreich niederlässt benötigt eine französische Sozialversicherungsnummer („numero de securité social”). Diese kann gemeinsam mit der staatlichen Krankenversicherung bei der „Assurance Maladie“ beantragt werden. Dort sollten Sie folgende Dokumente vorlegen können:

  • Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepass,
  • den Nachweis eines Bankkontos in Frankreich,
  • einen Arbeitsvertrag,
  • den Nachweis über einen Wohnsitz in Frankreich,
    eine aktuelle Abrechnung über Wasser oder Strom
  • einen Nachweis über die vorherige Krankenversicherung
  • eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde

Wichtig: Alle Dokumente (v.a. die Geburtsurkunde) sollten Sie in beglaubigter französischer Übersetzung vorlegen können.

Die staatliche Krankenversicherung übernimmt im Krankheitsfall 70 Prozent der anfallenden Kosten. Zusätzlich bieten viele französische Arbeitgeber ihren Angestellten eine private Zusatzkrankenversicherung als Zusatzleistungen an.
Gut zu wissen: Während der ersten drei Monate in Frankreich ist ein jeder automatisch bei der „Assurance Maladie“ krankenversichert.

7. Schritt: Die Kosten für Ihren Umzug nach Frankreich berechnen

Hier finden Sie einen Überblick über die durchschnittlichen Kosten eines Umzugs nach Frankreich:

Haushalt Kosten des Umzugs
1 Zimmerwohnung1.200 – 1.800 Euro
2 Zimmerwohnung1.600 – 2.200 Euro
3 Zimmerwohnung1.900 – 2.600 Euro
4 Zimmerwohnung2.400 – 3.300 Euro

Bitte beachten Sie, dass diese Kosten reine Schätzwerte sind. Es gibt viele Faktoren, wie z.B. die Entfernung oder die Größe Ihres Umzuges, die einen Einfluss auf die Kosten haben. Um das exakte Volumen Ihres Umzuges zu bestimmen können Sie unseren Volumenrechner verwenden.

Sie möchten Kosten bei Ihrem Umzug nach Frankreich sparen?

Um Kosten zu sparen, lohnt es sich einen Blick auf unseren Artikel Günstig Umziehen zu werfen.

8. Schritt: Das perfekte Umzugsunternehmen für Ihren Umzug finden

Um Geld zu sparen sollten Sie, bevor Sie ein Umzugsunternehmen für Ihren Umzug nach Frankreich beauftragen, die Angebote verschiedener Umzugsunternehmen miteinander vergleichen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach dem für Sie perfekten Umzugsunternehmen.

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Oder werfen Sie einen Blick auf unsere Liste der aktuellen Top 10 internationalen Umzugsunternehmen.

9. Schritt: Arbeiten in Frankreich

Noch immer leidet Frankreich unter einer hohen Arbeitslosigkeit. Dennoch haben High-Tech Branchen wie die Elektronik in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt und Arbeitskräfte im Bereich Industrie, Energie und Umwelt sind derzeit sehr gefragt.

Arbeitsbedingungen

Wer seine Arbeit in Deutschland aufgibt und eine neue in Frankreich beginnt, kann sich auf einige Unterschiede freuen. Die meisten Arbeitsverträge sind unbefristet und lauten über 35 Arbeitsstunden pro Woche. Darüber hinaus werden Überstunden mit 25 oder zum Teil auch 50 Prozent Zuschlag vergütet. Ferner liegt der Mindestlohn in Frankreich mit 9,88 Euro deutlich höher als in Deutschland. Zusätzlich liegt die Anzahl an Urlaubstagen pro Jahr mit 30 Werktagen über dem deutschen Durchschnitt.

Weitere Informationen zum Thema Arbeiten in Frankreich finden Sie in unserem Artikel „Arbeit in Frankreich„.

Arbeitslosengeld

In manchen Fällen ist es möglich den Anspruch auf Arbeitslosengeld aus Deutschland für drei Monate nach Frankreich mitzunehmen. Mehr Informationen bezüglich des Antrages, etc. erhalten Sie bei der Agentur für Arbeit.

10. Schritt: Umzug nach Frankreich mit Auto

Sofern Sie Ihr Auto mit nach Frankreich nehmen, sind Sie nach spätestens einem Jahr dazu verpflichtet Ihr Auto in Frankreich anzumelden. Bis dahin ist die Nutzung mit deutscher Anmeldung und Versicherung möglich. Um Ihr Auto umzumelden benötigen Sie unter anderem folgenden Dokumente:

  • den Kaufvertrag oder die Rechnung
  • den Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil 2)
  • die Anmeldebestätigung
  • die Bescheinigung des französischen Finanzamts über die Mehrwertsteuerbefreiung
  • die EU-Konformitätsbescheinigung
  • den Nachweis der deutschen Hauptuntersuchung
  • einen Wohnsitznachweis
  • einen gültigen Personalausweis oder Reisepass

Gut zu wissen: Als Nachweis des Wohnsitzes genügt eine aktuelle Strom-, Wasser- oder Telefonrechnung.

Weitere Informationen

  • In unserem Artikel „Bildung in Frankreich“ finden Sie die wichtigsten Informationen zum französischen Bildungssystem
  • Werfen Sie gerne auch einen Blick in unser Forum. Dort finden Sie Erfahrungsberichte und Diskussionen rund um den Umzug nach Frankreich.
  • Bei spezifischeren Fragen können Sie sich an die französische Botschaft wenden.