Steuern in Italien

2003 wurde eine umfassende Reform des italienischen Steuersystems durchgeführt, die im Jahr 2004 in Kraft getreten sind. Ziel war es hierbei die Steuerreform zu vereinfachen. Sie möchten nach Italien ziehen und sich zuvor darüber informieren welche Steuern in Italien auf Sie zukommen? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen. 

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Einkommensteuer (IRPEF)

Die imposta sul reddito delle persone fisiche (IRPEF) in Italien gilt für alle ansässigen und nicht ansässigen natürlichen Personen. Sie gelten als eine ansässige Person, wenn Ihr Aufenthalt in Italien mehr als 183 Tage im Jahr ist. Aus diesem Grund sind Sie steuerpflichtig und diese wird nach dem Welteinkommensprinzip berechnet. Hierbei müssen Sie alle in- und ausländischen Einkünfte angeben, hingegen müssen nicht ansässige Personen lediglich das in Italien erwirtschaftete Einkommen versteuern.

Bemessungsgrundlage und Steuersatz

Für ansässiger Personen fallen neben den Einkünften aus Grund- und Kapitalvermögen, sowohl Einkünfte aus selbständiger und nicht selbständiger Arbeit als auch sonstige Einkünfte und Unternehmenseinkünfte. Die IRPEF muss also für erzielte Mieteinkünfte und für Eigennutzung einer Immobilie gezahlt werden. Zumindest dann, wenn es sich bei Ihrem neuen Zuhause in Italien um Ihren Zweitwohnsitz handelt und der hypothetische Gesamtbetrag der Mieteinkünfte 185 € überschreitet.

Wie in Deutschland erfolgt auch die IRPEF in Italien ein progressiver Steuersatz auf die Nettoeinkünfte und ist daher mit den Steuersätzen in Deutschland vergleichbar. Dennoch sind auch Unterschiede zum deutschen Steuersystem zu erkennen: Die Steuererklärung ist jährlich einzureichen und zudem können keine Freibeträge geltend gemacht werden. Hiernach orientiert sich die IRPEF am Katasterertrag (rendita catastale), der im Katasterregister festgehalten ist.

Tipp zur Aufklärung: Ein progressiver Steuersatz ist vom zu versteuernden Einkommen, wie Einkommensteuer abhängig.

Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die aktuellen Einkommensteuersätze in Italien:

Zu versteuerndes EinkommenSteuersatz
bis 15.000 Euro23%
15.001 bis 28.000 Euro27%
28.001 bis 55.000 Euro38%
55.001 bis 75.000 Euro41%
über 75.000 Euro43%

Rechenbeispiel:
Bei einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von 22.500 Euro beträgt die zu zahlende italienische Einkommensteuer 6.075 Euro (22.500 Euro x 0,27).

Tipp: Lesen Sie hier mehr über Einkommensteuer und Steuerabzüge.

Wann ist die italienische Einkommensteuer zu leisten?

Als Steuerpflichtige erhalten Sie nicht wie in Deutschland einen Steuerbescheid vom Finanzamt. Wenn Sie selbständig sind, dann sind Sie dazu verantwortlich Ihre IRPEF selbst zu berechnen und bei der Agenzia delle Entrate (Steuerbehörde) abzugeben.

Die Steuerschuld ist am 16. Juni des Folgejahres zu begleichen, d.h. auch erfolgt die erste Zahlung im Juni und die zweite Zahlung ist am 30. November zu leisten, die über den Vordruck F24 abläuft.

Mehrwertsteuer (IVA)

Die sogenannte imposta sul valore aggiunto (IVA) wurde 1973 eingeführt und im Jahr 2016 aktualisiert. Demzufolge wurde die Mehrwertsteuer in 3 Steuersätzen untergliedert:

  • Umsatzsteuer: beträgt derzeit 22%.
  • Ermäßigte Sätze:
    • Steuersatz von 10% wie Wasserversorgung, Hotelunterkünfte, inländische Personenbeförderung, Restaurants usw.
    • Steuersatz von 5% wie Sozialwohnungen
    • Steuersatz von 4% wie Bücher, medizinische Geräte für Menschen mit Behinderungen usw.

Hinweis: Die Umsatzsteuer erfolgt jährlich oder vierteljährlich.

Immobilienkauf

Beim Kauf einer Immobilie zur privaten Nutzung fällt die Mehrwertsteuer nur dann an, wenn die Immobilie innerhalb von 5 Jahren nach Fertigstellung, direkt vom Bauträger erworben wird. Die Höhe der Mehrwertsteuer ergibt sich dann folgendermaßen:

Art der ImmobilieEinkommensteuersatz
Als Erstwohnsitz genutzte Immobilien4%
Nicht als Erstwohnsitz genutzte Immobilien10%
Nicht als Erstwohnsitz genutzte Luxusimmobilien22%

Grunderwerbsteuer

Die italienische Grunderwerbsteuer ist eine direkte Steuer und ist auf Vermögenswerten übertragen. Beim Kauf einer Immobilie hat der Steuerpflichtige eine einmalig anfallende Grunderwerbsteuer zu zahlen. Diese setzt sich aus den folgenden drei Komponenten zusammen:

  • der Registersteuer (imposta di registro)
  • der Überschreibungssteuer (imposta ipotecaria)
  • der Katastersteuer (imposta catastale)

Bemessungsgrundlage ist jeweils der im Kaufvertrag angegebene Kaufpreis. Anhand des Prozentsatzes wird die Höhe der Steuer berechnet. Unter bestimmten Bedingungen können Sie anstatt der Verkaufswert den Katasterwert der Immobilie beantragen.

Je nach Art des Vertrages sind die Steuertarife darauf basiert:

  • 2-3% beim Kauf und Miete
  • 9% in anderen Fällen

Hinweis: Die Mindestabgabe bei Mietverträgen betragen 67€.

Steuern in Italien

Gemeindesteuer (IUC)

Die IUC ist besonders für Hausbesitzer wichtig. Die jährlich zu entrichtender Gemeindesteuer (§ 693 des Art. 1 des Gesetzes Nr. 147) setzt sich aus drei verschiedenen Komponenten zusammen:

Grundsteuer (IMU)

  • IMU ist die Immobilienbesteuerung
  • Fälligkeit der Zahlung: 16. Juni und 16. Dezember

Servicesteuer TASI (Tassa Servizi Indivisbili)

  • Deckung der Servicekosten der Gemeinden
  • Fälligkeit der Zahlung: Zwei Raten im Abstand von 6 Monaten, abhängig von der Gemeinde

Hinweis: Es wird heiß diskutiert, dass ab 2022 die Servicesteuer für Bauunternehmen, die entweder ihre Immobilien nicht verkauft oder vermietet haben, abgeschafft werden.

Abfallsteuer TARI (Tassa sui Rifuiti)

  • Deckung der Müllgebühren
  • Fälligkeit der Zahlung: Zwei Raten im Abstand von 6 Monaten, abhängig von der Gemeinde

Genauere Informationen erhalten Sie im lokalen Steueramt (Ufficio Tributi) Ihrer Gemeinde oder auf deren Website.

Nachfolgend finden Sie weitere Steuertypen in Italien

Luxussteuer (Tassa sugli immobili di lusso)

Wenn Sie nach Italien ziehen und dort eine Immobilie erwerben möchten, sollten Sie sich zuvor mit der Luxussteuer vertraut machen. In Italien werden Immobilien der Gebäudekategorien A1, A8 und A9 nämlich als Luxusimmobilien deklariert und unterliegen einer gesonderten hohe Besteuerung.

Ob die eigene Immobilie in die Kategorie der Luxusimmobilien fällt kann dem Katasterauszug der Immobilie entnommen werden.

Pauschalsteuer

Natürlichen Personen können von einer steuerlichen Sonderregelung profitieren, sprich eine Steuerbegünstigungen. Diese gilt aber nur, sofern Sie Ihren Wohnsitz in nach Italien verlegen. Die Pauschalsteuer beträgt 100.000€ pro Steuerperiode auf das Einkommen im Ausland, bei Rentnern liegt die Pauschalsteuer bei 7%.

Die Steuer hat eine Gültigkeit von 15 Jahren und kann bereits vor dem Umzug bei den italienischen Steuerbehörden beantragt werden.

Grundvoraussetzung – Die italienische Steuernummer

Die italienische Steuernummer, der sogenannte „Codice Fiscale“ ist die Grundvoraussetzung  dafür, dass Steuern an das italienische Finanzamt abgeführt werden können. Er ist außerdem Grundlage für den Abschluss vieler wichtiger Verträge, wie zum Beispiel für den Abschluss eines  Mietvertrages.

Ausgestellt wird der Codice Fiscale in der Agenzia delle Entrate, dem Finanzamt, vor Ort.  Sofern man in Deutschland wohnhaft ist, kann der Codice Fiscale aber auch direkt bei der nächsten italienischen Auslandsvertretung beantragt werden.

Geldstrafen bei verspätete Zahlungen

In Italien hat der Steuerpflichtige seine Steuern selbst zu berechnen und fristgerecht abzuführen. Dies hat ohne Aufforderung des italienischen Finanzamts zu erfolgen. Bei einer Nichteinhaltung von Zahlungen bzw. nicht vollständigen Zahlung, müssen Sie mit den folgenden Geldstrafen und Verzinsungen rechnen:

Art des Vergehensdrohende Sanktion
Nicht- oder nicht vollständig bezahlte SteuernAufschlag von 30 %
Nicht gemeldete Inbesitznahme einer ImmobilieAufschlag von 100 bis 200 % (min. 50 Euro)
Falsche AngabenAufschlag von 50 bis 100 % (min. 50 Euro)
Fehlende Antwort auf den Fragebogen der GemeindeAufschlag von 100 bis 500 Euro

Tipp: Mehr Informationen im Detail erhalten Sie hier.