


Wer nach England zieht, zahlt dort in der Regel auch Steuern. Das britische System funktioniert anders als das deutsche: Das Steuerjahr läuft vom 6. April bis zum 5. April, es gibt einen einheitlichen Grundfreibetrag, und die Sozialversicherung wird getrennt als National Insurance abgerechnet. Dieser Überblick zeigt Ihnen die wichtigsten Steuern in England mit den Sätzen für das Steuerjahr 2026/27, damit Sie vor dem Umzug nach England wissen, was von Ihrem Gehalt übrig bleibt.
Wenn Sie in England arbeiten und Ihr Einkommen dort beziehen, unterliegen Sie grundsätzlich der britischen Besteuerung. Erfasst werden unter anderem Arbeitseinkommen, Zinserträge und Dividenden. Zuerst werden die Freibeträge abgezogen, der verbleibende Betrag wird je nach Tarifband versteuert.
Der Grundfreibetrag (Personal Allowance) liegt im Steuerjahr 2026/27 bei £12.570. Bei Angestellten behält der Arbeitgeber die Einkommensteuer über das PAYE-Verfahren direkt vom Gehalt ein.
Die gesetzlichen Tarifbänder beziehen sich auf das zu versteuernde Einkommen, also auf das Einkommen nach Abzug der Freibeträge:
| Zu versteuerndes Einkommen | Steuersatz |
|---|---|
| bis £37.700 (basic rate) | 20 % |
| £37.701 bis £125.140 (higher rate) | 40 % |
| über £125.140 (additional rate) | 45 % |
Die Tabelle beginnt bei 20 % und nicht bei 0 %, weil der Freibetrag an dieser Stelle bereits abgezogen ist.
Wichtig: Es handelt sich um Grenzsteuersätze. Besteuert wird immer nur der Teil des zu versteuernden Einkommens, der in das jeweilige Band fällt. Wer die Grenze zum höheren Satz überschreitet, zahlt diesen Satz also nicht auf das gesamte Einkommen, sondern nur auf den Teil oberhalb der Grenze.
Ab einem bereinigten Nettoeinkommen (adjusted net income) über £100.000 sinkt der Grundfreibetrag um £1 für je £2 darüber. Bei £125.140 ist er vollständig aufgebraucht. In diesem Einkommensbereich liegt die tatsächliche Belastung deshalb spürbar höher, als der Satz von 40 % allein vermuten lässt.
Die genannten Sätze gelten für England, Wales und Nordirland. Schottland legt für Arbeits- und Renteneinkommen eigene Tarifbänder und Steuersätze fest. Wenn Ihr Ziel in Schottland liegt, prüfen Sie die dort geltenden Werte gesondert. Die aktuellen Sätze stehen in der Übersicht zu Income Tax rates and Personal Allowances auf GOV.UK.
Ob Sie in Großbritannien steuerlich ansässig sind, entscheidet der Statutory Residence Test (SRT). 183 oder mehr Aufenthaltstage im Steuerjahr führen automatisch zur steuerlichen Ansässigkeit, das ist aber nur einer von mehreren automatischen Tests. Auch mit weniger als 183 Tagen können Sie ansässig werden, etwa wenn Sie in Großbritannien ein Zuhause haben oder dort Vollzeit arbeiten. Zusätzlich zählt, wie viele Verbindungen (ties) Sie zum Land haben, zum Beispiel Familie, eine verfügbare Unterkunft oder frühere Aufenthalte. Den Test erklärt GOV.UK in seiner Übersicht zur steuerlichen Ansässigkeit.
Wer steuerlich ansässig ist, wird grundsätzlich mit dem weltweiten Einkommen veranlagt, Nicht-Ansässige dagegen nur mit britischen Einkünften. Zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, sodass dasselbe Einkommen in der Regel nicht zweimal voll besteuert wird. Wenn Sie in beiden Ländern Einkünfte haben, lohnt sich eine steuerliche Beratung. Wie lange Sie überhaupt bleiben dürfen, lesen Sie auf unserer Seite zum Visum in England.
Von dem Grundsatz, dass Ansässige mit ihrem weltweiten Einkommen veranlagt werden, gibt es für Neuankömmlinge allerdings eine wichtige Ausnahme.
Diese Ausnahme ist das Foreign Income and Gains Regime (FIG), das seit dem 6. April 2025 gilt. Es richtet sich an Personen, die neu in Großbritannien steuerlich ansässig werden und in den zehn vorangegangenen Steuerjahren durchgehend nicht dort ansässig waren.
Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann für eine begrenzte Anfangszeit eine Entlastung für ausländische Einkünfte und Veräußerungsgewinne beantragen. In dieser Zeit gilt die Veranlagung mit dem weltweiten Einkommen also nicht uneingeschränkt. Ob das FIG-Regime auf Sie zutrifft und ob es sich für Sie lohnt, hängt von Ihrer Vorgeschichte und Ihren ausländischen Einkünften ab und sollte individuell geprüft werden.
Der Regelsteuersatz beträgt 20 % und gilt für die meisten Waren und Dienstleistungen. Daneben gibt es einen ermäßigten Satz und einen Nullsatz:
| Steuersatz | Gilt unter anderem für |
|---|---|
| 20 % | Regelsatz für die meisten Waren und Dienstleistungen |
| 5 % | Gas und Heizöl für Privathaushalte |
| 0 % | die meisten Lebensmittel, Kinderkleidung und -schuhe, Bücher und Zeitungen; befristet auch Strom für Privathaushalte |
Befristete Ausnahme für Strom: Vom 1. Oktober 2026 bis zum 31. März 2027 gilt für Stromlieferungen an Privathaushalte in Großbritannien (England, Schottland und Wales), die die Voraussetzungen erfüllen, vorübergehend der Nullsatz von 0 %. Gas und andere Heizbrennstoffe bleiben in diesem Zeitraum beim ermäßigten Satz von 5 %.
Ein Nullsatz ist nicht dasselbe wie eine Steuerbefreiung: Zero-rated Waren unterliegen der Mehrwertsteuer, nur eben mit 0 %. Welcher Satz im Einzelfall gilt, ist detailliert geregelt und steht in der VAT-Übersicht von GOV.UK.
Neben der Einkommensteuer zahlen Sie in Großbritannien National Insurance. Die Beiträge werden ebenfalls direkt vom Gehalt abgezogen und sowohl von Arbeitnehmern als auch von Arbeitgebern getragen. Wie viel Sie zahlen, hängt von Ihrer Beschäftigungsart und Ihrem Verdienst ab. Es gibt mehrere Beitragsklassen: Für Angestellte gilt in der Regel Class 1, für Selbstständige gelten andere Klassen.
Für Angestellte gelten im Steuerjahr 2026/27 diese Class-1-Sätze:
Für die Abrechnung brauchen Sie eine National Insurance number. Manche erhalten sie bereits im Zusammenhang mit ihrem Visum, andere beantragen sie nach der Ankunft. Die aktuellen Klassen und Sätze finden Sie in der National-Insurance-Übersicht auf GOV.UK. Was Sie sonst noch zum Berufseinstieg wissen sollten, steht auf unserer Seite Arbeiten in England.
Die Council Tax ist keine Steuer auf Ihr Einkommen, sondern eine kommunale Abgabe auf Wohnraum. Sie finanziert örtliche Leistungen wie Müllabfuhr, Straßenunterhalt und Bibliotheken und wird in der Regel von den Bewohnern gezahlt, also auch von Mietern.
Wie hoch sie ausfällt, hängt von der Bewertungsklasse (band) der Immobilie und vom jeweiligen Council ab und unterscheidet sich von Ort zu Ort deutlich. Rechnen Sie diesen Posten zusätzlich zur Miete in Ihr Monatsbudget ein und fragen Sie vor der Zusage für eine Wohnung nach der Bewertungsklasse. Wer allein in einem Haushalt lebt, kann in der Regel eine Ermäßigung beantragen. Welche Regeln vor Ort gelten, zeigt die Council-Tax-Übersicht auf GOV.UK.
Bei Angestellten wird die Einkommensteuer über PAYE automatisch vom Gehalt einbehalten. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass keine Steuererklärung fällig ist. Ob Sie eine Self Assessment tax return abgeben müssen, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, zum Beispiel bei Selbstständigkeit, Mieteinnahmen, höheren Kapitalerträgen, Einkünften aus dem Ausland oder wenn HMRC Sie dazu auffordert.
Eingereicht wird beim britischen Finanzamt HM Revenue & Customs, online oder in Papierform. Für Papier- und Online-Abgabe gelten unterschiedliche Fristen, die sich jeweils auf das abgelaufene Steuerjahr beziehen. Prüfen Sie die für Ihr Steuerjahr geltenden Termine direkt in der Self-Assessment-Übersicht auf GOV.UK.
Hinweis: Das britische Steuerjahr läuft vom 6. April eines Jahres bis zum 5. April des Folgejahres. Es deckt sich also nicht mit dem deutschen Kalenderjahr, was bei einem Umzug mitten im Jahr für beide Steuererklärungen relevant wird.
Wenn Sie nach dem Blick auf die Steuern in England konkret werden wollen, hilft Sirelo beim nächsten Schritt. Über unser Formular vergleichen Sie unverbindlich Angebote von Umzugsunternehmen, die zwischen Deutschland und Großbritannien fahren. Wie das Gesundheitssystem vor Ort funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite zum Gesundheitssystem in England.