Steuern in Spanien

Wer im Ausland wohnt und arbeitet zahlt natürlich Steuern. Man bekommt in Spanien, wie in Deutschland, mit einer Reihe von Steuern zu tun. So sollten nicht nur Einkommens- und Vermögenssteuer beachtet werden, sondern auch zum Beispiel die Grunderwerbsteuer im Falle eines Hauskaufes. Hier findest du alle wichtige Aspekte des Steuersystems in Spanien und wie man die Steuererklärung am besten macht.

Steuern in Spanien

Steuerpflicht in Spanien

Ist man jährlich länger als 183 Tage in einem bestimmten Land, so ist man dort steuerpflichtig. Für europäische Staatsbürger gibt es das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen um zu vermeiden, dass ein Bürger doppelt Steuern zahlen muss. Zunächst gilt, wer in Deutschland lebt, muss sein gesamtes auch im Ausland erzieltes Einkommen in Deutschland versteuern lassen. Wer die meiste Zeit des Jahres in Spanien lebt und dort arbeitet wird auch dort steuerpflichtig. In anderen Worten, man muss dort die Einkommenssteuer, zu Spanisch „Renta“ bezahlen.

Steuern in Spanien – Renta

Seit 2015 sind die Steuersätze in Spanien wieder gesunken. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt ein wenig stabilisiert haben. Die Renta wird auf das erzielte Einkommen des Kalenderjahres berechnet. Bei einem Jahreseinkommen von maximal 12.450€ zahlt man den niedrigsten Steuersatz von insgesamt 19%. Der Spitzensatz liegt bei 45% und bezieht sich auf ein Bruttoeinkommen von über 60.000€.

EinkommenSteuersätze
€ 0 – € 12.45019%
€ 12.451 – € 20.200 24%
€ 20.201 – € 35.20030%
€ 35.201 – € 60.00037%
ab € 60.00045%

Die Vermögenssteuer (Patrimonio) betrifft Einwohner und Auswanderer in Spanien. Wenn das Vermögen die Grenze von €700.000,00 übersteigt, wird eine Steuer auf das Nettovermögen gerechnet.

Eine weitere wichtige Steuer ist die Grunderwerbssteuer. Diese fällt bei einem Häuserkauf oder Grunderwerb durch eine Privatperson an. Durchschnittlich werden hier 10% des Kaufbetrages versteuert. Dieser Tarif variiert von Provinz zu Provinz, ist jedoch nie niedriger als 6% oder höher als 11%.

Wer nach Spanien umzieht und ein Haus baut wird mit der Grundsteuer konfrontiert. Sobald der Bau in Gang gesetzt ist, wird die Steuer abgeführt. In den meisten Fällen wird die Gemeinde, in der man wohnt, die Steuer berechnen. Diese liegt bei rund 2%. Danach fällt noch ein Prozentsatz von 1% für den Wert des Gebäudes nach Fertigstellung an.

Neben der Steuer für Arbeitseinkommen, Hausbau und Grunderwerb, gibt es zudem noch die folgenden gängigen Steuern:

  • Rendimiento del capital mobiliario: Kapitalertrag
  • Rendimientos derivados de actividades economicas: Einkommen aus Selbstständigkeit
  • Ganancias patrimoniales: Vermögensveräußerungsgewinne
  • Rendimiento derivado del arrendamiento de los bienes immuebles: Mieteinnahmen

Steuererklärungen in Spanien

Wie verläuft in Spanien die Steuererklärung? Was muss beachtet werden? Die spanischen Behörden erwarten, dass jeder Bürger über seine verschiedenen Einkommen und steuerliche Verpflichtungen Buch führt und somit eine Übersicht besteht. Es gibt drei Formulare die dabei helfen:

  1. Formular 103 (declaración abreviada): Dieses kurze Formular befasst sich mit persönlichem Einkommen aus Arbeit und Investitionen.
  2. Fomular 101 (declaración simplificada): Damit werden alle Kapitalerträge aus Miete, Landbau, etc. erfasst.
  3. Formular 103 (declaración ordinaria): Darin werden alle übrigen Einkommen, betrieblichen Aktivitäten und Gewinnen festgehalten.

Das Steuerjahr läuft in Spanien vom 01. Januar bis zum 31. Dezember. Als Arbeitnehmer müssen die Steuern in Spanien (des vorigen Jahres) zwischen dem 01. Mai und 20. Juni eingereicht werden. Ist man selbstständig, so muss alle 4 Monate eine Erklärung abgegeben werden (Formular 037). Wer Steuerfreibeträge oder Rückzahlungen des Finanzamtes erwartet, hat bis zum 30. Juni Zeit sich bei den Behörden zu melden. Wer seine Steuern in Spanien zu spät bezahlt, ist gesetzlich gebunden bis zu 20% extra zu zahlen.

Steuern in Spanien

Spaniens Arbeitgeber sind verantwortlich das zu versteuernde Einkommen ihrer Arbeitnehmer abzuziehen. Die Steuererklärung muss jedoch eigenständig ausgefüllt und eingereicht werden. Wir empfehlen ebenfalls, die Steuererklärungen über die Jahre gut aufzubewahren, sollte das Finanzamt irgendwelche Unstimmigkeiten erkennen und Erklärungen brauchen.

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