Steuern in der Schweiz

Deutschlands kleiner Nachbar: Die Schweiz, das Steuer-Wunderland. Für den Otto-Normal-Verbraucher klingeln da die Ohren, die Reichen freut‘s. Sobald das Steuerthema auftritt, kommt früher oder später die Schweiz ins Spiel – und nicht unbedingt als Vorbild. Wer sich allerdings überlegt in die Schweiz auszuwandern oder sich generell informieren möchte, findet hier einen Überblick der Steuern in der Schweiz.

Steuern in der Schweiz

Steuern in der Schweiz

In der Schweiz erheben sowohl der Bund, die Kantone als auch die Gemeinden eigenständig Steuern. Allerdings werden teilweise vom Bund Vorgaben gemacht. Dementsprechend gibt es viele verschiedene Steuerarten, deren Höhe sich je Kanton oder Gemeinde unterscheidet.

Die Einkommenssteuerlast variiert in der Schweiz je nach Ort. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gibt die durchschnittliche Steuer- und Abgabenlast an. Für einen Schweizer Alleinverdiener, verheiratet mit zwei Kindern, beträgt dies 9,5 % des Bruttoeinkommens. Die Einkommenssteuer muss aus dem Einkommen aus Arbeit (Lohn) und Vermögen (Bankzinsen, Dividenden) bezahlt werden. Allerdings kann vom Einkommen Verschiedenes abgezogen werden, wie z.B. den Kinderfreibetrag. Die Steuerhöhe richtet sich nach dem Einkommen.

Die Vermögensteuer wird nur von Kantonen und Gemeinden erhoben. Je nachdem muss mehr oder weniger gezahlt werden. Für Verheiratete ohne Kinder beispielsweise zwischen 0 und 0.9 %. Kleinere Vermögen sind je nach Kanton Steuerfrei. Eine ledige Person in Sarnen beispielsweise, muss bereits ab 26.000 Schweizer Franken sein Vermögen versteuern, in Bellinzona jedoch erst ab 201.000.

Die Mehrwertsteuer wird im Gegensatz zur Vermögenssteuer nur vom Bund erhoben und macht rund ein Viertel aller Steuereinnahmen aus. Sie wird auf alles erhoben, was in der Schweiz eingekauft wird.

Wer als Deutscher auswandert, aber weiterhin eine gesetzliche Rente bezieht, muss diese in Deutschland versteuern. Diese Regelung gilt jedoch nicht für die Schweiz. Entsprechend können deutsche Rentner Steuern sparen, wenn Sie in die Schweiz auswandern. Aber: Die Lebenshaltungskosten liegen bis zu 50 % über dem EU-Durchschnitt. Auch Mieten und Lebensmittel sind generell deutlich teurer als in Deutschland. Der Grund: Die eigenen Anbau- und Weideflächen reichen nicht aus. Zusätzlich wird die Schweiz als Nicht-EU-Land nicht von seinen Nachbarländern subventioniert. Wenn Sie also nur deswegen in die Schweiz auswandern, weil Sie Steuern sparen wollen, sollten Sie unbedingt mithilfe eines Lohnrechners überprüfen, ob es sich lohnt.

Steuern in der Schweiz

Steuerrückzahlungen

Glücklicherweise gibt es zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz ein Doppelbesteuerungsabkommen. Darin ist festgelegt, dass Personen welche in einem Land leben und in einem anderen Staat Einkünfte erzielen keine steuerlichen Nachteile haben dürfen. Im Fall der Quellensteuer ist das folgendermaßen geregelt: 15% der Schweizer Quellensteuer werden automatisch auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet, sodass am Ende nur 10 statt 25 % gezahlt werden müssen. Die restlichen 20 % bekommt man als Anleger von der Schweizer Steuerbehörde erstattet. Das geht allerdings nicht automatisch: Eigeninitiative ist gefragt. Dafür hat man mit Ablauf des Jahrs der ersten Dividendenzahlung drei Jahre Zeit, danach verjähren die Ansprüche.

Möchten Sie mehr über einen dauerhaften Aufenthalt in der Schweiz erfahren? Dann informieren Sie sich auf den weiteren Seiten „Wohnen in der Schweiz“ und „Arbeit in der Schweiz„.