Auswandern in die USA – Mein Weg zum „American Dream“

29. Oktober 2018, B. D.

Dies ist die aufregende Geschichte einer deutschen Frau, die gemeinsam mit ihrem Ehegatten den Schritt ins unbekannte Amerika wagte. In diesem Bericht erzählt sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen vor, während und nach der Auswanderung in die USA.

Dieser Artikel entstand durch die Niederschrift eines Interviews. Die interviewte Person ist nicht Verfasser des Artikels.    

Mein Weg zum „American Dream“

Ich hatte den Mut zur Veränderung, wagte den großen Schritt in die Fremde und Ungewissheit und durfte erfahren wie es ist, den „American Dream“ zu leben. Meine spannende Geschichte beginnt in den 1960er Jahren, als mein Mann und ich uns dazu entschlossen in die USA auszuwandern. Wir hatten das Glück dort bereits einen guten Freund zu haben, der uns bei vielen Dingen geholfen hat. Dennoch konnten wir den Umzug in die USA nur deshalb antreten, weil meinem Mann, als gelernter Schreiner, dort bereits eine Arbeitsstelle zugesichert wurde. Somit wussten wir schon vor Antritt unserer großen Reise, dass wir uns um ein regelmäßiges Einkommen in den Vereinigten Staaten keine Sorgen machen müssen. Ich empfehle jedem, der über eine Auswanderung nachdenkt, sich zuerst um einen festen Arbeitsplatz zu kümmern, da dies nicht nur die Nerven beruhigt, sondern in den meisten Fällen auch eine der Voraussetzungen für ein Einwanderungsvisum bzw. die sogenannte „Green Card“ ist.

Auswandern nach Amerika, Detroit

Unsere ersten Schritte beim Auswandern in die USA

Da mein Mann und ich nicht wirklich viele Möbel besaßen, beschlossen wir ohne Möbel auszuwandern, was den Umzug in die USA natürlich um ein Vielfaches vereinfachte. Die Planung der Auswanderung begann für uns also nicht mit der Suche nach einem Umzugsunternehmen, sondern mit einem Besuch beim Reisebüro vor Ort. Dort konnte man damals nämlich nicht bloß seine Flüge buchen, sondern auch den Antrag für ein Visum abgeben. Zu jener Zeit war das alles noch ein wenig leichter als heute, das Reisebüro hat sich nämlich um alle notwendigen Formalitäten gekümmert und uns damit viel Arbeit abgenommen. Außerdem war die einzige Voraussetzung für ein Visum die Angabe eines Bürgen. Dieser war in unserem Fall unser Freund in Amerika. Mein Mann flog damals einige Monate vor mir in die USA, da er dort für einige Zeit bei diesem unterkommen und so vor Ort nach einer geeigneten Wohnung für uns suchen konnte. Doch dies war nicht gerade leicht, immerhin gab es noch kein Internet, in dem man nach Wohnungen suchen konnte. Im Gegenteil, mein Mann musste damals noch durch die Straßen laufen und nach den altbekannten Verkaufs-Schildern, die vor den Häusern standen, Ausschau halten. Nichtsdestotrotz war nach knapp einem halben Jahr alles Wichtige organisiert. Die gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung konnte mein Mann über seine Arbeit abwickeln und glücklicherweise konnte auch ich dort mitversichert werden. Außerdem hatte mein Mann eine möblierte Wohnung gefunden, die wir uns leisten konnten. Heute mag das vielleicht unvorstellbar sein, aber damals haben wir uns all das mithilfe von Briefen mitgeteilt. Jeden Tag haben wir uns einen Brief geschrieben und uns so gegenseitig auf dem Laufenden gehalten. So konnte dann auch meine große Reise starten. In einem Propellerflugzeug flog ich über 20 Stunden bis ich am Flughafen in Detroit landete. Bis heute erinnere ich mich an das tagelang anhaltende Dröhnen in meinem Ohren, dennoch würde ich diese Reise jederzeit wieder antreten.

Der Neustart nach dem Auswandern in die USA

Dort wartete es dann auf mich: Das neue Leben in den Vereinigten Staaten. Ich muss zugeben, dass sich der Neustart als echte Herausforderung entpuppte. Unser größtes Hindernis stellte die englische Sprache dar, da wir beide, mein Mann und auch ich, damals noch kein Englisch sprachen. Ich besuchte nach meiner Ankunft oft die Bücherei vor Ort und versuchte durch das Lesen von Büchern der englischen Sprache mächtig zu werden. Doch glaubt mir, wenn man wirklich überhaupt kein Wort Englisch spricht, dann ist dies ein sehr anstrengendes Unterfangen. Viele Wörter habe ich irgendwann durch alltägliche Gespräche aufschnappen können. Außerdem habe ich unzählige hilfsbereite Personen kennengelernt, die mir bei vielen Dingen geholfen haben. Bevor ich einkaufen ging habe ich immer eine Einkaufsliste geschrieben, auf der ich neben den deutschen Lebensmittel, die englische Übersetzung listete. Mein Wörterbuch war mein bester Freund und egal wohin ich ging, ich hatte es stets dabei. Ansonsten verständigte ich mich mit Händen und Füßen und irgendwann fand ich mich dann selbst zurecht. Ich fand deutsche Importläden in der Stadt, die ich gerne besuchte und dort habe ich viele deutsche Auswanderer kennengelernt, mit denen ich mich austauschen konnte. Es war schön Leute zu kennen, die sich in derselben Situation befinden und mit denselben Problemen zu kämpfen haben. Die Visumverlängerung konnten wir beim Reisebüro vor Ort beantragen. Dazu musste man lediglich den deutschen Reisepass abgeben. Dieser wurde von dort nach Deutschland versendet, um dort abgestempelt zu werden und nach etwa zwei Wochen konnte man diesen wieder beim Reisebüro abholen. Irgendwann fühlten wir uns dann Zuhause. Mein Mann hat hart gearbeitet und gutes Geld verdient, weshalb wir uns ein eigenes kleines Häuschen leisten konnten. Aus einem Leben in der Fremde wurde so unsere ganz persönlicher „American Dream“.

Auswandern in die Vereinigten Staaten

Auswandern in die USA – eine Empfehlung?

Ich habe über die Hälfte meines Lebens in Amerika verbracht und verbinde eine Menge wichtiger und wunderschöner Ereignisse und Erfahrungen mit den USA. Der schwierigste Teil jeder Auswanderung ist, dass man sich von all seinen Freunden und vor allem auch von seiner Familie verabschieden muss. Ich erinnere mich noch als wäre es heute, wie meinem Vater die Tränen in die Augen stiegen, als ich meinen Umzug in die USA angekündigt habe. Es ist niemals leicht seine Liebsten zurückzulassen, auch dann nicht, wenn sich der Schritt in die Ungewissheit als die beste Entscheidung seines Lebens entpuppt. Als ich mich damals von meiner Familie verabschiedet habe, wusste ich nicht, wann und ob ich diese jemals wiedersehen würde, immerhin waren die Flüge damals auch noch um einiges teurer als heute. Ich denke, dass das Auswandern heutzutage um einiges einfacher ist als damals. Heute besitzt wirklich jeder ein Telefon oder Handy und der tägliche Kontakt zu seiner Familie und seinen Freunden im Heimatland sollte im heutigen Zeitalter kein Problem mehr darstellen. Wir mussten damals noch Briefe schreiben, weil wir uns ein Telefon nicht leisten konnten und Handys noch überhaupt nicht existiert haben und dennoch haben wir den Kontakt halten können. Also, auch wenn eine Auswanderung in ein anderes Land eine schwierige Entscheidung darstellt, wird diese eine Menge unglaublicher Erfahrungen mit sich bringen.

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