Bildung in Spanien

Die Bildung in Spanien hat sich über die letzten Jahre stark verbessert und im internationalen Vergleich einige Plätze gut gemacht. Das war nötig, denn Spaniens Ruf war zweifellos nicht der Beste in Europa. Mittlerweile sind Kinder von 6 bis 16 Jahren verpflichtet zur Schule zu gehen. Anschließend können Schüler die Schule mit einem Bachillerato die Schule abschließen, womit sie sich Zugang zur Hochschulzulassungsprüfung beschaffen. Durch diese Prüfung besteht die Möglichkeit zu studieren. Für eine Übersicht der besten Universitäten Spaniens kannst du unsere Seite „Top 10 Universitäten Spaniens“ besuchen.

Bildung in Spanien

Gute Leistungen in spanischen Schulen werden sehr ernst genommen. Wie auch in Deutschland, gibt es in Spanien sowohl staatliche als auch private Schulen. Rund ein Drittel aller Schüler besuchen Privatschulen. Das Angebot reicht von internationalen Schulen, kirchlichen Ganztagsschulen oder Internaten. Die Kosten sind weitaus geringer als in Nordamerika oder Nordeuropa, wobei Privatschulen in Madrid und Barcelona natürlich ihren Preis haben. Staatliche Schule sind kostenfrei, lediglich die Materialien müssen bezahlt werden.

Bildung in Spanien

  • 0-3: Guarderia, vergleichbar mit einer Kindertagesstätte
  • 3-6: Escuela Infantil, ein Mix aus Kindergarten und Vorschule
  • 6-12: Educación Primaria, vergleichbar mit der Grundschule
  • 12-16: Educación Secundaria Obligatoria, vergleichbar mit der Mittelschule
  • Ciclo Formativo: Berufsausbildung mit Theorie und Praxis
  • 17-18: Bachillerato, vergleichbar mit dem Abitur
  • Educación Superior: Hochschulwesen, Universität

Vor- und Grundschule

Vor dem Beginn der 10-jährigen Schulausbildung haben Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder in einer „Educación Preescolar“ anzumelden. Diese ist vergleichbar mit einem Kindergarten oder einer Vorschule und konzentriert sich hauptsächlich auf den Aufbau von sozialen Fähigkeiten. Anders als in Deutschland lernen die spanischen Kinder schon mit drei Jahren lesen und schreiben. Anschließend folgt im Alter zwischen 3-6 Jahren die Escuela Infantil. Diese Einrichtungen sind sowohl staatlich, als privat gefördert und befinden sich mehrheitlich im gleichen Gebäude wie die Grundschulen.

Mit sechs Jahren erfolgt die gesetzlich verpflichtende Einschulung. Die Grundschule ist in drei Zyklen aufgeteilt. Ein Zyklus dauert 2 Jahre. Jedes Jahr werden Zeugnisse erstellt, allerdings entscheidet das zweite Jahr jedes Zyklus, ob das Kind in den nächsten Zyklus versetzt wird.  Noten in Spanien liegen zwischen 0 und 10, wovon 10 die beste und 0 die schlechteste Note ist. In der Grundschule beginnen die Schüler bereits mit der ersten Fremdsprache – meistens Englisch.

Educación Secundaria Obligatoria (ESO) – Mittelschule

Die Mittelschule beginnt im Alter von 12 Jahren und ist auch in Zyklen unterteilt. Der erste dauert bis die Schüler 14 Jahre alt sind, der zweite geht bis 16 Jahre. In der Mittelschule liegt der Fokus auf der Vorbereitung zur zukünftigen Ausbildung oder schulische Fortbildung. Die Fächer im ersten Zyklus sind Grundfächer wie Mathematik und Sprachen. Diese werden zum Basiswissen der Schüler unterrichtet. Im zweiten Zyklus werden bereits Kurse des persönlichen Interesses und individuellen Stärke angeboten, beispielsweise Fächer mit Schwerpunkt auf Wirtschaft, welche die Schüler selbst wählen können. Damit beginnt bereits ab dem 14ten Lebensjahr die Vorbereitung auf den Bachillerato oder die Berufsausbildung. In der Hinsicht unterscheidet sich die spanische Mittelschule von deutschen Gymnasien oder Gesamtschulen.

Bachillerato

Nach erfolgreichem Abschluss der Mittelschule kann die Bildung mit dem Bachillerato weitergeführt werden. Hier vertiefen Schüler ihr Wissen in ähnlichen Kursen wie der Mittelschule. Der Bachillerato geht über einen Zeitraum von 2 Jahren und endet mit dem „Título de Bachillerato“. Anders als in Deutschland zählen in Spanien die Noten des letzten Jahres. Mit dem Zeugnis bewirbt man sich anschließend an den spanischen Hochschulen.

Studieren in Spanien

Um an einer spanischen Hochschule studieren zu können muss eine Zulassungsprüfung abgelegt werden. Die Kosten des Bachelors an einer staatlichen Universität belaufen sich auf durchschnittlich zwischen 700 und 1300 Euro. An privaten Universitäten liegen die Studiengebühren deutlich höher, zwischen 5000 bis 18000 Euro. Viele Universitäten in Spanien werden internationaler. Vor allem in den Großstädten Madrid, Barcelona und Valencia gibt es viele ausländische Studenten und englische Kursangebote. Alles was benötigt wird um in Spanien leben und studieren zu können, haben wir auf unserer Seite „Umzug nach Spanien“ zusammengefasst. Besonders wichtig ist der Besitz der sogenannten „Número de Identitdad de Extranjero“. Diese Nummer erlaubt es Ausländern sich länger als 3 Monate in Spanien aufzuhalten, dort zu arbeiten und Steuern zu zahlen.

Die Bildung in Spanien unterscheidet sich stark von Region zu Region. Während es in ländlicheren Gegenden wenig Auswahl an Schulen gibt, bieten die Großstädte eine enorme Anzahl an staatlichen und privaten Schulen. Gerade für Auswanderer sind private Schulen definitiv besser geeignet, Kinder mit Land und Leute vertraut zu machen. Ansonsten haben auch nahezu alle Großstädte eine deutsche Schule, welche die Integration junger Kinder noch angenehmer machen. Wie auch in Deutschland, sind in Spanien die einzelnen Bundesländer (comunidades autónomas) für die Bildung zuständig. Daher sollte man sich vor dem Umzug nach Spanien über die einzelnen Voraussetzungen erkundigen.

Konntest du dich mit dem Artikel über die Bildung in Spanien einen Überblick verschaffen? Weitere Informationen kannst du auf unserer Plattform zu Themen, wie Visum und Arbeit in Spanien, finden.