Sevilla: Der verborgene Schatz Spaniens

10. März 2017, Laura Almaida Muros

Sevilla –  das erste was einem zu dieser Stadt einfällt, ist das herausragende Wetter der andalusischen Hauptstadt über das ganze Jahr hinweg. Kommt man also von Deutschland einmal in Sevilla an, muss man sich erstmal an den Klimawechsel und die vielen Touristen gewöhnen. Wie fängt man am besten damit an? Zunächst einmal – lass deinen Wintermantel zu Hause solltest du vor haben in der Herbst- oder Wintersaison zu gehen, denn den wirst du in jedem Fall nicht brauchen. Pack dein T-Shirt aus, lass den Pulli im Rucksack und mach dich bereit den Süden Andalusiens zu erkunden. Deren architektonischen Werke, die Museen, der Fluss des Guadalquivir und die Innenstadt mit ihren vielen Läden werden dir ewig in Erinnerung bleiben.

Ich selbst habe ein Semester meines Studiums in Sevilla verbracht und mich in die Stadt verliebt. Keine allzu große Stadt und doch hat sie so viel zu bieten. Mein Weg in die Universität führte jeden Morgen durch die Innenstadt an der wunderschönen Giralda und dem Archivo de Indias vorbei. Jeden Morgen der selbe Weg, doch niemals habe ich mich satt gesehen. Denkt man an Spaniens Städte, dann fallen einem zuerst mal die bekanntesten ein wie Madrid, Barcelona und für die Partygänger unter euch darf Lloret de Mar nicht fehlen, stimmt‘s? Doch wo bleibt Sevilla? Für viele Touristen ist Sevilla kein Urlaubsziel, da das Meer etwas entfernt ist und gerät deshalb oft in Vergessenheit. Im folgenden Blog möchte ich euch daher den verborgenen Schatz Spaniens vorstellen.

spanischer Platz

La Plaza de España

Hast du „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ gesehen? Falls ja, dann hast du auch schon die Plaza de España bestaunen können, denn der imposante Platz kam schon mehrfach als Außenkulisse für bekannte Filme zum Einsatz. Das erste Mal als ich Ende September mit 35°C auf der Plaza de España ankam, kam ich nicht mehr aus dem Staunen heraus. Es ist unglaublich, wie gut das 1929 aus andalusischen „Azulejos“ gebaute Gebäude erhalten geblieben ist. Die 50.000 m² große, in Halbkreis geformte Schönheit ist geschmückt mit einem 500 Meter langen Kanal, der unter vier Brücken verläuft, welche die vier alten spanischen Königreiche repräsentiert. Auch alle 48 Provinzen Spaniens wurden aufwendig mit Keramikfliesen auf den Mauern dargestellt. Eins ist sicher – hier wurden absolut keine Kosten gespart!

La Giralda

Mit der Giralda ist ein Teil der arabischen Kultur in Sevilla erhalten geblieben und gehört heute mit zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es ist das Wahrzeichen der Stadt, denn kein anderes Gebäude darf höher gebaut werden als der Turm. Das Minarett der alten Moschee ist an sich schon 82 Meter hoch. Mit dem 32 Meter hohen Aufsatz wurden der maurische Baustil und die Kunst der Renaissance vereint. Was also damals den Mauren als Moschee diente, wurde in die „Santa Maria la Mayor“ umgewandelt und wird heute von den Sevillanos als Kirche weiterverwendet. Heute ist sie der Glockenturm der Kathedrale und wurde in den Neubau integriert.

La Catedral de Sevilla

Nur zehn Minuten Fußweg von meinem Zuhause entfernt, lag die drittgrößte Kathedrale der Welt, die „Santa María de la Sede“ und weltweit größte gotische Kirche. Versteht ihr jetzt wieso ich den morgigen Weg zu meiner Uni immer wieder aufs Neue genossen habe? Hunderte von Touristen tummeln sich schon um 9 Uhr morgens um das 115 Meter lange und 76 Meter breite Gebäude, machen Bilder und Selfies von allen Perspektiven und stehen stundenlang an, um die Kathedrale von innen zu besichtigen. Nach einigen Wochen, war ich einfach nur super stolz auf meine neue Heimat und dachte mir insgeheim „Seht ihr, Touris, wie schön wir es hier haben?“

Kathedrale von Sevilla

Metropol Parasol – Las Setas

Neben den vielen alten prachtvollen Werken, gibt es auch Modernes inmitten der sevillanischen Altstadt zu besichtigen: Den Metropol Parasol, auch Champignon genannt. Der unfassbare Bau wurde 2011 vollendet und ist komplett aus Holz konstruiert. Zuvor sollte eigentlich ein langweiliges Bürogebäude dort positioniert werden, doch dann wurden zu Baubeginn Ruinen aus der Zeit der Römer und Mauren gefunden. Klar, die sollten unbedingt erhalten bleiben. Den Champignon kann man sogar für günstige 2,50€ hinaufgehen und von dort aus ganz Sevilla bestaunen. Hier ist natürlich wieder „Selfietime“ angesagt.
Nicht wenige Tage habe ich auf dem unteren Platz der Plaza de la Encarnación in der Sonne verbracht, einen café con leche (Milchkaffe) getrunken und die besten churros von Sevilla genossen. Hmm… wenn ich nur daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Die solltest du unbedingt im „Bar el Comercio“ probieren.

las setas

Barrio Santa Cruz y su Flamenco

Als ich das erste Mal im Viertel von Santa Cruz war, dachte ich, ich finde nicht mehr nach Hause. Die hübschen, engen Straßen sind sehr verschnörkelt, aber wunderschön anzusehen. Entlang der bunten Mauern hängen Blumentöpfe herunter. Man findet außerdem tolle Restaurants, in denen man ein romantisches Abendessen mit seinem Liebsten genießen kann. Um eine Flamenco Show anzusehen, ist man hier im richtigen Viertel. Schon wenn man entlang der engen Straßen läuft, hört man von draußen den „taconeo“ der Flamencotänzer – hier ist Gänsehaut Feeling angesagt.

Wow – Es ist unglaublich, wie viele Erinnerungen hochkommen, wenn ich an diese wunderbare Stadt zurück denke. Auch wenn ich zu Beginn sehr starkes Heimweh hatte und mich am Ende wirklich auf die Rückkehr nach Deutschland gefreut habe,  war es doch sehr schwer Sevilla nach dem Semester zu verlassen. Denn man lässt nicht nur eine wunderbare Stadt hinter sich, sondern auch die lieben Menschen, die man im Laufe eines sehr schönen Lebensabschnittes kennengelernt hat und mit denen man viel erlebt hat. Sollte dich also einmal das Fernweh einholen, dann lass dich nicht unterkriegen und denke an die vielen aufregenden Momente, die du erleben durftest und dir niemals wieder jemand nehmen kann.

Was für mich auf jeden Fall fest steht ist, dass ich in meine zweite Heimat zurückkehren werde – mich von der Sonne berieseln lassen werde, die Lebensfreude der Menschen einsaugen und jede Menge Tapas essen werde. Und du solltest das auch tun! Einmal im Ausland zu leben, ist eine unglaubliche Erfahrung, die niemand missen sollte. Ist die Gelegenheit da, sollte man diese beim Schopf packen und das Abenteuer wagen.

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