Mr. Trump: Make America great again? – Yes, but for real!

23. März 2017, Esther Fruh

Das Trump-Beben hält die ganze Welt in Atem. Was als anfänglicher Witz aussah, als sich Donald Trump tatsächlich als Kandidat der Republikaner aufstellen ließ, hat sich überraschenderweise zum ernsthaften Worst-Case-Szenario entwickelt.

Erst gewann er, ziemlich unerwartet, die Wahl des Republikanischen Kandidaten und zum Schluss sogar die US-Wahl! Natürlich profitierte er stark von Hilary Clinton‘s schlechtem Image und peinlichen Wahlkampffehlern. Sein Wahlspruch „Make America Great Again“ erreichte die Bevölkerung und prägte, zusätzlich zu seinem Auftreten, schnell die Presse weltweit. Doch was steckt hinter dieser Botschaft, beziehungsweise was sollte besser damit gemeint sein?! Sicherlich keine „Schutzmauern“ aufzubauen oder Muslime am Flughafen festzuhalten.

Also ja Mr. Trump, make Amerika great again – aber mit den richtigen Ansätzen!

Amerika

Nummer eins: Amerikanische Esskultur – mehr Klasse statt Masse?!

Es ist nichts Neues, das die Esskultur in den Staaten ziemlich von Fastfood beherrscht wird. England ist schon ein krasser Unterschied zu Deutschland, aber Amerika?? Für den Otto-Normal-Verbraucher ist es sehr schwierig, sich dort nur ansatzweise gesund zu ernähren. An jeder Ecke gibt es die verschiedensten Fastfood Imbisse. Und was ist in den Supermärkten zu finden? Richtig, Fast Food! Fertiggerichte, Fertig Burger, Cola und Sprite als 3 Liter Flaschen und so weiter. Gibt es mal die Möglichkeit auf gesunde Nahrungsmittel, sind diese sehr teuer.

Kein Wunder, dass die USA auf der Liste der Fettleibigsten Länder als drittplatzierte auf dem Podium landen. 27 % der US-Amerikaner sind Fettleibig, 35 % zählen als Übergewichtig. Weltweit gilt jeder dritte Mensch als zu dick. Mit einem Bodymaß-Index über dem Wert von 25 wird man als Übergewichtig eingestuft. Diesen kannst du ganz einfach mit folgender Formel ausrechnen: Körpermasse in Kg / (Körpergröße in Metern)².

Für die größte Volkswirtschaft der Welt stellt das ein riesen Problem dar. Ökonomen schätzen, dass dem Gesundheitssystem dadurch jährlich Kosten in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar drohen. Und ich spreche hier nicht von dünnen und sportlichen Stars, welche das nötige Kleingeld für Personal Trainer oder Köche besitzen, sondern von der ‚normalen‘ amerikanischen Bevölkerung. Im US-Bundesstaat Mississippi beispielsweise trifft Fettleibigkeit auf 35% der Bewohner zu.

So, liebe amerikanische Lebensmittelindustrie sowie Kunden, ändert zum Wohle der Gesundheit der Nation die Supermarkt- und Lebensmittel Angebote. Gesund muss nicht zwingend teuer sein. Kleine Dinge, wie richtiges Brot sowie mehr Salat und Obst, können schon viel bewirken. Ganz nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist!

Nummer zwei: Krankensystem – Obamacares!

Nun hatte es endlich mal nach Jahrzehnten ein US-Präsident, zumindest ansatzweiße, geschafft ein halbwegs vernünftiges und vor allem verpflichtendes Krankensystem im Senat durchzuboxen und Sie Mr. Trump, wollen das gleich wieder abschaffen?? Vor Obamacare waren 60 Millionen (!) Bürger nicht krankenversichert – vorwiegend aufgrund schlechter finanzieller Möglichkeiten.

Die Idee dahinter ist, dass sich  jeder Bürger eine Krankenversicherung leisten kann – sofern alle (ja auch die Reichen) gezwungen werden, daran teilzunehmen. Und Sie möchten das abschaffen? Für was? Als Retourkutsche für den „Gegner“? Als Präsident der USA ist man Präsident aller Amerikaner – und nicht nur für seine stinkreichen Buddys!!

Ein System zu erstellen, mit Hand und Fuß, was wirklich eine Absicherung der Bürger darstellt, ist natürlich nicht leicht. Auch Obamacare ist verbesserungswürdig und beschert den bisher krankenversicherten einige Probleme. Auch die Akzeptanz im Senat zu erhalten ist schwer, vor allem wenn gut die Hälfte einfach immer dagegen stimmt, sobald die Idee aus der anderen Partei kommt. Gut, das kennen wir ja aus Deutschland. Nicht das Beste für das Land zählt – sondern das Beste für die Partei!

Als gutes Beispiel könnten Länder wie die Schweiz, Luxemburg oder Schweden fungieren, welche die besten Gesundheitsvorsorgen der Welt betreiben. Zugegeben, diese Länder sind reich – dennoch als Vorbild mehr als geeignet.

Nummer drei: Starkes Soziales Ungleichgewicht

Auch wenn man als Europäer (der vielleicht noch nicht vor Ort war) durch die Medien einen anderen Eindruck gewinnt: Die USA besteht nicht nur aus Kalifornien, mit seinen Stars und Sternchen, oder den Wirtschafts- und Politik Hochburgen, wie New York und Washington. Neben mindestens 4.000 Kilometer Entfernung zwischen diesen Gebieten, leben auch über 300 Millionen ‚normale‘ Bürger in Amerika. Das wurde durch die Wahl mehr als deutlich. Viele der Bürger wurden in der Vergangenheit zu oft enttäuscht und getäuscht, und sahen in Trump eine willkommene Möglichkeit, Taten anstatt Worte sprechen zu lassen. Offensichtlich wurde auf dessen Worte und Verhalten nicht ganz so viel Wert gelegt. Ob dies die richtige Entscheidung war sei einmal dahin gestellt.

Die Wahl zeigte deutlich das starke soziale Gefälle. Viele Einheimische leben an der Armutsgrenze oder sind durch Hurrikans Existenz bedroht. In Hollywood dagegen besitzen Stars gefühlte 5 Villen, 3 Inseln, Restaurants sowie diverse Weinberge. Da ist diese Unzufriedenheit verständlich! Auch Obama konnte in dieser Hinsicht nichts bezwecken. Vielleicht saß er auch zu oft auf Sofas diverser Talkshows.

Jetzt ist die Zeit für einen Neustart: Einheitliche faire gesellschaftliche Systeme, Standartanpassungen, Steuerausgleich!

Nummer vier: Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Amerika great againAls Weltmacht hat die USA seit jeher eine besondere Stellung. Der amerikanische Präsident zählt automatisch als mächtigster Mann der Welt. Aber aus Macht resultiert auch Verantwortung. Verantwortung gegenüber seinem Staat und gegenüber der Welt – was keine sinnlosen Kriege in Afghanistan oder im Irak rechtfertigt. Geschweige denn ein Mauerbau – ist nicht Deutschland (ein wichtiger „Freund“ der USA) ein perfektes Beispiel dafür? So viel zum Thema unbegrenzt. Was hat die USA in der Vergangenheit denn groß, erfolgreich und stark gemacht? Dass jeder eine Chance hat, sein Leben zu verändern und so zu leben, wie er möchte. Ganz nach dem typischen American way of life: Vom Tellerwäscher zum Millionär. Diese Freiheit wird durch die aktuelle Regierung deutlich eingeschränkt, wenn nicht sogar auf Flughäfen „eingefangen“.

Ja Mr. Trump, please make America great again! Genug zu tun hätten Sie ja – anstatt sich gleich den Slogan für die nächste Wahlperiode zu sichern!

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