Esskultur in Österreich

1. Februar 2017, Esther Fruh

Österreich ist nicht nur bekannt für seine schöne Landschaft mit Alpen, Schnee und Tal. Mit dem ehemaligen Kaiserreich verbindet man automatisch den Wiener Melange, die Sachertorte oder das Wiener Schnitzel. Doch woher kommen diese Gerichte und wodurch wurden sie so berühmt? Hier findest du ein paar Beispiele, welche Gerichte du während deines Aufenthaltes in Österreich auf jeden Fall probieren musst!

Das Wiener Schnitzel

Das Gericht beinhaltet bereits den Namen der österreichischen Hauptstadt – ist es auch das Hauptgericht? Das Wiener Schnitzel ist ein dünn paniertes, ausgebackenes Kalbfleisch. Ursprünglich stammt es aus Venezien, einem Teil des ehemaligen österreichischen Kaiserreichs. Dort haben die Köche bereits im 16. Jahrhundert Fleisch in Weißbrotbröseln gebacken. Nach Österreich kam das Schnitzel im Jahr 1857 durch den österreichischen Feldmarschall Radetzky. Traditionell wird das Wiener Schnitzel in Österreich nur mit Häuptelsalat (Kopfsalat), Erdäpfelsalat (Kartoffelsalat), Gurkensalat wie auch Petersilerdäpfeln (Petersilienkartoffeln) serviert. Heute sind Beilagen wie Reis, Pommes frites oder Bratkartoffeln ebenso weit verbreitet.

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Die Sachertorte

Eine weitere Spezialität der Wiener Küche ist die Sachertorte. Sie wurde 1832 erstmals von dem Kochlehrling Franz Sacher gebacken. Die Torte beeindruckt vor allem durch ihren Geschmack und Design. Bekannt wurde sie allerdings durch sein Sohn Eduard Sacher.

Der Teig wird auch als „Sachermasse“ bezeichnet, welcher aus viel Fett, Schokolade und Kakao besteht. Der Kern besteht aus Marmeladeschichten. Serviert wird sie mit einem Häufchen Schlagsahne.

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Der Kaiserschmarren

Ein perfekter Mix aus deftiger und süßer Speise ist der Kaiserschmarren. Er wird aus Palatschinkenteig hergestellt und zählt zu den bekanntesten Süßspeisen. Wie der Name schon verrät, stammt das Gericht auch aus Kaiserzeiten. Der österreichisch-ungarische Kaiser Franz Joseph war bezüglich seiner Speisen sehr bodenständig und regionsbezogen. Er liebte einfache Teigmassen aus Eiern, Mehl, Milch und ein wenig Zucker. Ob der Kaiserschmarren tatsächlich nur einem missglückten und zerrissenen Omelett zu verdanken ist, wird allerdings wohl nie geklärt werden.

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Der Tafelspitz

Nun wird es wieder richtig deftig! Der berühmte Tafelspitz ist ein in Suppe gekochtes Rindfleisch mit spannender Kulturgeschichte. Fleisch kochen anstatt braten ist eine uralte Herangehensweise. Jedoch ausschließlich Rind zu sieden ist eine österreichische Erfindung aus dem 15. Jahrhundert. Bevorzugt haben damals die Wiener allerdings das Fleisch von ungarischen Mastochsen. Ein Stück deren Schlögel heißt wegen seines schmalen Fettrandes „Tafelspitz“.

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Die Linzer Torte

Sie erfreut sich bis heute ungebrochener Beliebtheit und gilt als älteste bekannte Torte der Welt: die Linzer Torte. Das älteste Rezept stammt aus einem unbekannten Kochbuch des Jahres 1653. Wer die Linzer Torte probieren und ihre Rezeptur genau unter die Lupe nehmen möchte, hat in der Stadt Linz Gelegenheit dazu. Bei Back-Events in den Linzer Schaubackstuben, wie beispielsweise in der k.u.k. Hofbäckerei Rath, lässt sich die Herstellung in Gruppen erlernen. In der Schaubackstube der Konditorei Jindrak wird sogar das „Linzer Backdiplom“ verliehen.

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Die Wiener Melange

Die Wiener Melange ist eine österreichische Kaffeespezialität. Sie besteht aus Kaffee, Zucker oder Honig und zum anderen aus Milch mit einer Haube aus geschäumter Milch. Sie wurde erstmals um 1830 in den Wiener Kaffeehäusern angeboten und darf zur heutigen Kaffeezeit nicht fehlen.

Esskultur in Österreich

Das Wiener Kaffeehaus ist als gastronomische Einrichtung eine typische Wiener Institution, die bis heute ein wichtiges Stück Tradition bildet. Die Wiener Kaffeehauskultur gehört außerdem seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

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